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Michael
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Ist ein Computergehäuse aus Holz gefährlich?

Ein Freund hat sich ein Computergehäuse selber gebaut und dabei auf Holz gesetzt. Natürlich ist das die wahrscheinlich einfachste Art sich ein Computergehäuse selber zu bauen aber mir stellt sich die Frage, ob die heiß werdenden Teile nicht gefährlich werden können, zum Beispiel wenn das Holz anfängt zu brennen. Er lässt seinen für mein Empfinden recht lange laufen. Natürlich hat er die Komponenten nicht direkt auf das Holz geschraubt, sondern kleiner Platzhalter verwendet aber dennoch bin ich mir nicht sicher, ob das Computergehäuse so genutzt werden sollte.

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Christian | 20. Aug 2009, 12:30
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Hallo,
auf die Frage, ob ein Computergehäuse aus Holz gefährlich ist, wollte ich mal kurz antworten; ich bin gelernter Schreiner, wenn auch nicht mehr aktiv.

Wie brennt Holz überhaupt?
Die Holzzellulose zerfällt bei einer Erhitzung auf mehrere Hundert Grad Celsius (zwischen 250-300 C° je nach Holzart) in gasförmige Kohlenwasserstoffe, was mit Sauerstoff reagiert. Wenn die Kohlenwasserstoffe entzündet werden, unterhält sich die Reaktion von selbst – und das Holz (eigentlich das Gas) brennt.

Aber, das heißt nicht, dass das Holz bei dieser Hitze (250-300 C°) automatisch zu brennen beginnt, dazu braucht es dann noch eine ( zu Beginn konstante) Flammenquelle, ansonsten kokelt das Holz nur vor sich hin.

Übertragung auf ein PC-Gehäuse:
Da muss man sich eigentlich keine Sorgen machen. In einem PC-Gehäuse entstehen auf keinen Fall so hohen Temperaturen, die notwendig wären, das Holz zum brennen zu bringen. Außerdem hat man keine kostante Flammen- oder Funkenquelle, die das Holz entzünden könnte. Und selbst wenn es zum Computercrash kommt, entstehen da keine dauerhaften Funken. Eigentlich sollten gar keine Funken entstehen. Schließlich entstehen Funken meistens durch eine Reibung zweier Materialien (z.B. beim Flexen von Metall)

Im Computergehäuse sind aber keine Komponenten verbaut, die (vor allem) dauerhaft aneinander reiben, so dass Funken entstehen könnten. Und die meisten Materialien sind selbst bei Reibung gar nicht fähig Funken zu erzeugen.

Am heißesten im PC kann der Prozessor werden. Aber selbst wenn der Prozessor den Hitzetod stirbt, entsteht nie und nimmer eine Hitze(vergleiche oben, wann Holzgas entweicht), die das Holz zum Brennen bringen kann – die Schaffen ja nicht einmal die 100 C° wo Wasser kocht, bis sie kaputt sind. Mitunter kühlen die Prozessoren sowieso gleich nach dem Hitzetod aus und haben keine konstante Hitze, die irgendwie gefährlich werden könnte.

Außerdem werden solche Hitzedimensionen sowieso nur beim sog. Overclocking (übertakten des Prozessors erreicht), und die Hersteller schützen ihre Prozessoren natürlich gegen zu große Hitze, so dass diese bei einer Temperatur von ca 72-75 C° ausschalten (außer man ändert dies).

Alles in allem spricht also überhaupt nichts gegen ein PC-Holzgehäuse.

Und man bedenke: noch bis in die späten 70er waren viele Elektronikgeräte (Radios, Verstärker und vieles mehr) in einem Holzgehäuse verbaut. Die sind auch nicht von selbst abgebrannt, das ist einfach nur aus der Mode gekommen und andere Materialien sind wirtschaftlicher. Und damals hatte man keine so hohen Standarts wie heute.

Nein ehrlich, ich lese so was öffter, das die Leute Angst vor PC-Gehäusen aus Holz haben, wegen dem Brandschutz. Das ist voll der Schmarrn, ehrlich.

Was man aber bei einem PC-Gehäuse bedenken muss:
– im Gegensatz zu Metall, dämmt Holz die Wärme (es kann natürlich nicht heißer werden als die heißeste Quelle, für weitere Skeptiker wegen Brandschutz) und deswegen sollten die Komponenten sorgfältig danach ausgewählt werden, so dass diese nicht zu viel Wärme produzieren. Nicht wegen Brandschutz, sondern weil die Komponenten bei einer besseren Kühlung besser funktionieren, länger leben und vor allem, weil sonst im Gehäuse eine solche Wärme entsteht, dass keine ausreichenden Kühlung vorhanden ist: So könnte der Prozessor schneller an die kritische Grenze kommen, die Ram-Module und Spannungswandler werden nicht ausreichend gekühlt und vor allem die Graphikkarte nicht ausreichend. Daraus resultiert dann keine Brandgefahr (wie gesagt, so eine Hittze entsteht nicht) sondern ein Ausfall/Absturz des Rechners.

also:
– sparsame Komponenten oder Highend-Kühler (am besten Wasserkühlung)
– Graphikkarte mit eigenem Lüfter
– Gehäuse sollte einen guten Luftstrom (airflow) haben. Nach Möglichkeit ein Konzept, dass die Abwärme möglichst sofort aus dem Gehäuse austritt und nicht, wie bei vielen Metallgehäusen im Gehäuse umherkreist.
– Gehäuse sollte nicht zu klein sein (ausreichend Luft im Inneren)

Vorteile von Holz:
– leichter
– viel elastischer als Metall
– gute Schalldämmung
– Vibrationen werden besser absorbiert als bei Metall

Nachteil Holz:
– Holz arbeitet, deswegen kann Vollholz nur ein Fachmann richtig gut verarbeiten,
so dass keine Risse entstehen oder sich das Holz verzieht und verformt. Die Bastler, die meinen, sie könnten alles mit Schrauben oder einfach irgendwie zusammen kleben lösen, sollten die Finger von Vollholz lassen, sie werden sich sonst nur irgendwann ärgern.
– Wärmedämmung (im Zusammenhang mit PC)
– keine Abschirmung gegen Strahlen (kann mit Metallgittermatten im Gehäuse (siehe caseking.de gelöst werden).

Meine Empfehlung:
-Sperrholz (leicht, verzieht sich nicht, leicht zu bearbeiten auch für Nicht- Fachmänner, kann geschraubt werden)
– Leistenbauweise des Gehäuses (mit Sperrholz „tapezieren“)
– kann lackiert oder (vom Fachmann) furniert werden

Christian | 20. Aug 2009, 12:49
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Hallo,

nochmal jetzt aber wirklich kurz zu der Brandgefahr im PC-Holzgehäuse.

Jeder der Angst vor einer Brandgefahr hat sollte folgendes Experiment machen:

-Lege ein Stück Holz deiner Wahl in deinen (am besten vorgeheitzen) Ofen. Lege das Stück ganz unten auf den Boden des Ofens oder so hin, dass es nicht in die Nähe der Heizstäbe Gerät, weil die Heizstäbe natürlich glühen)

– Stell die Hitze auf 250 Grad

– auf jeden Fall die Türe des Ofens zu machen

– beobachte das Holz

Ergebnis: Es brennt nicht

Und nun sollte jeder Skeptiker einmal seine Hand in den Ofen halten und darüber nachdenken, ob in seinem PC eine solche Hitze entsteht. Ich mein, dann bräuchten wir ja im Winter nicht mehr heizen.

Martin | 24. Dez 2009, 04:49
-13 Punkte  Add ratingSubtract rating

Re: Computer Holzgehäuse Bauanleitung

Zum ersten sind einige Vorsichtsmaßnahmen zur Brandvorkehrung zu beachten.
Holz ist brennbar und daher in deinem Einsatzgebiet gefährlich.

Entweder du verarbeitest feuerfestes Holz, welches z.B. auch für Holzkamine verwendet wird oder du behandelst das Holz mit einem feuerfesten Lack.

Auch wird von Wichtigkeit sein, wie du die Einzelteile zusammefügst. Leim wird hier nicht funktionieren, da könnten aufgrund der (zwar leichten aber auf Dauer zermürbenden) Wärmeentwicklung die Klebestellen aufweichen.
Ich empfehle Holzschrauben.

Ansonsten gibt es nichts zu beachten was nicht bei jeder Bastelei mit Holz wichtig wäre. Schleiffen um Schiefer zu beseitigen. Löcher für die Schrauben mit einem kleineren Handbohrer vorbohren um Splitt zu vermeiden.

Stell doch mal ein paar Bilder online wenn du erfolgreich warst.
Gruss
Falk

Holger | 3. Mai 2009, 21:06
-20 Punkte  Add ratingSubtract rating

Also ich würde davon abraten einen Computer in ein Holzgehäuse einzubauen. Gerade wenn der Computer länger läuft wird er sich stark erhitzen. Auch das Computergehäuse sollte das ab können. Gerade bei Holz sollte man hier vorsichtig sein. Eine Möglichkeit den Holz Look zu behalten aber eben nicht direkt in das Holz zu schrauben ist, einen Rahmen eines Computergehäuses als Grundlage zu nehmen. Dieser ist meist aus Metall und hält auch die Hitze aus. Das außen angebrachte Holz steht dann nicht mehr mit der direkten Hitze in Kontakt, was die Feuergefahr stark mindern sollte. Ich glaube aber das sicherste ist auf das Holz zu verzichten!

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